Der Mensch ist von seiner primären Natur her ein Tier – ausgestattet mit Instinkten, sinnlicher Wahrnehmung, triebhaftem Verhalten, einem Herdenprogramm und Aggression zur Sicherung seines Lebensraumes.
Aus diesem triebhaften "So-Sein" entstehen einerseits die schönsten Erlebnisse wie Zärtlichkeit, Sexualität, Verschmelzung und Erneuerung - , andererseits auch Gewalt, Mord und Totschlag; bedrohliche Gefühle wie Eifersucht, Gier, Neid und Hass; Ängste, unliebsame erotische Impulse und Kontrollverlust.
Wenn Menschen ganz mit ihren Trieben assoziiert sind, spricht man von trieb- und impulsgesteuertem Verhalten.
Doch der Mensch unterscheidet sich – vermutlich – vom Tier: er kann sich auch gegen seine triebhafte Natur entscheiden und seinen Impulsen widerstehen. Durch Abspaltung von Gefühlen, Empfindungen und Gedanken kann er sich von Erlebnissen dissoziieren; er kann Ziele und Visionen gestalten, Werte und Haltungen ausbilden, gnädig sein, ein Gottesbild entwickeln und spirituelle Erfahrungen machen.
Wenn Menschen ihre geistig-ethische Seite dominieren lassen, nennt man das auch Kultur, Zivilisation.
In dieser Spanne zwischen dem Ungebändigtem, Wilden und dem Domestizierten, Sublimierten bildet sich die Persönlichkeit jedes einzelnen heraus. Die Balance zwischen beiden Polen zu finden ist ein Prozeß, der wohl nie wirklich abgeschlossen werden kann, solange das Leben dominiert.
Ich habe oft beobachtet, daß das Wilde keinen Raum im realen Leben mehr hat. Durch ständige Reflektion von positiven Absichten, Core-Transformation, Spiritualität, und akzeptierender Kommunikation wird so unsere zentrale Lebensenergie in Schach gehalten. Das Wilde ist in den Keller der Psyche verfrachtet worden, wo es ein armseliges Dasein verbringen muß. Lediglich im Kino – der Traumwelt – darf es sich ausdrücken: kontrollierte Triebabfuhr nennt man dies.
Der Trieb, das Wilde, die Aggression verhungert – doch seltsamerweise wird damit auch das Sublimierte, Zivilisierte, Spirituelle immer lebloser. Visionen werden blaß, Werte mutieren zu Dogmen – der Mensch blutet innerlich aus.
"Schattentanz" ist eine Übung, die ich entwickelt habe, um den Kontakt zu den animalischen Teilen und Quellen wieder herzustellen, und damit das Licht seine Leuchtkraft behalten kann. Es ist ein weiterer "Stein" in der Auseinandersetzung um und Integration von Leidenschaft und Kalkül (siehe dazu auch meine Artikel in "MultiMind – NLP aktuell 6/98 und 1/99 zur Arbeit von Cloé Madanes).
In dieser Übung werden einige bekannte Tools der NLP-Bausteine verwendet: Bodenanker, Mentoren, Submodalitäten, auditive Referenzerfahrungen, kinästhetische Selbst-Anker und collapsing anchors.
Die Meta-Position spielt hier eher eine untergeordnete Rolle, da es um die Integration des Animalischen, Wilden geht. Und das bedeutet in erster Linie Fühlen, Empfinden – also Assoziation.
Die Übung "Schattentanz"
Optional: Wähle dir jeweils drei Mentoren, die dir verstärkende Botschaften von außen zurufen, um dich anzufeuern und dich diese Energie noch deutlicher spüren zu lassen.
Optional: Wähle dir jeweils drei Mentoren, die dir verstärkende Botschaften von außen zurufen, um dich anzufeuern und dich diese Energie noch deutlicher spüren zu lassen.
Birgit Bader
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